Wird man als kariereorientierte Mutter von der Gesellschaft verurteilt?

Wird man als kariereorientierte Mutter von der Gesellschaft verurteilt?

Wenn das Ego dann doch wieder siegt.

Gestern bin ich wieder an meine Grenzen gestoßen. Ich wurde von meinem Umfeld vermehrt auf meine inneren Konflikte hingewiesen. Mein schlechtes Gewissen als Mutter nicht zu genügen, hat mich wieder eingeholt. Es begleitet mich eigentlich seit der Geburt meiner Kinder. Und zwar so, dass ich seit gestern keine Stimme mehr habe. Ich bin heute „sprachlos“; heiser.

Ich habe euch ja gestern davon erzählt, dass man allen Menschen mit Liebe und Wohlwollen begegnen sollte. Gestern war wieder so ein Tag, an dem mein Ego gesiegt hat und die Nächstenliebe vernachlässigt wurde. Also wieso passiert mir das immer wieder? Ich denke, weil wir hier auf dieser Welt sind, um zu lernen und uns weiter zu entwickeln. Aber natürlich betrifft das nur jene, die das auch wollen.

Wenn man den Dingen auf den Grund geht

Gestern wollte ich ja eigentlich nur wissen, warum mir eine nahestehende Person sagte, was sie mir sagt und vor allen Dingen, warum sie dies auf eine gewisse Art und Weise tat. Ich bin halt eine, die gerne den Dingen auf den Grund geht und hinterfragt, was hinter der Aussage: „Eines sag ich dir nur, du hast am Wochenende einen wirklich schönen Moment mit deiner Tochter versäumt“, steht. Und das in einem, für mich, wirklich vorwurfsvollen Ton (Sender – Empfänger und ich bekam es ins Appel Ohr). Leider bekam ich keine wirkliche Antwort auf meine Frage: „was sie mir denn genau damit jetzt genau sagen möchte“.

Ich habe mir die Antwort selbst geben, denn ich schaffe mir ja meine Welt und Wirklichkeit auch selbst. Warum das so ist, lernt man bei der Spiegelgesetz-Ausbildung beim Ausflug in „Kurse in Wundern“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Helen_Schucman). Oder, wer das vielleicht kennt, auch im Gesetz der Anziehung (https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz_der_Anziehung). Das, was ich wirklich tief in meinem Inneren, über mich denke, die Erwartungshaltung, die ich von mir habe, wird mir im Außen präsentiert.

Was erwarte ich von mir?

Also was erwarte ich von mir: Ich erwarte von mir eine perfekte Mutter zu sein, für meine Kinder in wichtigen Momenten da zu sein. Dass sich meine Kinder geliebt fühlen, bestätigt, geborgen und sicher. Dass sie sich selber lieben lernen. Ich möchte meine Kinder in ihren Stärken stärken. Ich sage ihnen immer wieder: „All das, was du dir vorstellen kannst, kannst du auch erreichen. Grenzen existieren nur im Kopf. Lass dir deine Träume und Ziele von niemanden nehmen!“ Ja, das und noch viel mehr sagt das inbrünstige Löwen-Mutterherz.

Dann kommt mein Ego, dass von mir verlangt, dass ich auch gleichzeitig eine gute Ehefrau, Hausfrau Gärtnerin und, für mich ganz wichtig, eine gute Geschäftsfrau bin. Dass ich genügend Geld verdiene und mich auch beruflich weiterentwickle. Mit dem Geld will ich meinen Kindern z.B. die Ausbildung gönnen, die sie sich aussuchen. Ich möchte mir und meiner Familie damit Urlaube ermöglichen und mit ganz viel Geld möchte ich viele soziale, umweltrelevante, sinnvolle Projekte unterstützen.

Dann möchte ich auch meinen Kindern vorleben, dass es auch als Frau okay ist, mit beiden Beinen im Business zu stehen, dass es auch einen Papa gibt, der sich Zeit nimmt und liebevoll um die Kinder kümmert. Einen Papa, der auch kochen kann und einfach da ist. Ein soziales Umfeld (Oma, Opa, Tanten, Freunde), das dann, wenn Papa und Mama mal nicht da sind, für die beiden da ist. Die Situationen auch ab und an mal abfedern können und, dabei ganz wichtig, ihre ganze Aufmerksamkeit schenken können. Ich finde es wichtig, dass meine Kinder in einem sozialen Umfeld aufwachsen, das aus mehr Menschen, als nur Mama und Papa besteht.

Um ein Kind zu erziehen braucht es ein ganzes Dorf und worauf kommt es dabei an.

Kleiner Ausflug, es gibt ja das afrikanische Sprichwort: Um ein Kind zu erziehen braucht es ein ganzes Dorf“ wobei man hier darauf achten sollte, dass die Personen, in deren Obhut man die eigenen Kinder gibt, auch Aufmerksamkeit schenken und nicht nur anwesend sind. Dann wirkt sich dieses „ganze Dorf“, das hier symbolisch für (Oma, Opa, Tante, KIGA etc.) steht, auch positiv auf die Entwicklung der Kinder aus. Mehr zu diesem Sprichwort und warum das mit er Aufmerksam so wichtig ist, siehe: https://www.zeit.de/2016/19/erziehung-psychologie-lieselotte-ahnert/seite-2

Wer verurteil nun wen und was ist eigentlich das Beste?

Gut, um jetzt noch mal auf die Frage zurück zu kommen, ob man als Mutter, die gleichzeitig Karriere machen möchte, verurteilt wird. Das hängt, so denke ich, davon ab, wie man es selbst sieht. Denn ich habe beobachtet, dass wenn ich in Bezug auf gewisse Themen mit mir selber hadere, die Welt rundherum um mich, immer wieder darauf hinweist. Du kennst das sicher, dieses Gefühl, wenn du dir einredest, dass eh alles gut ist, dass du mit gutem Gewissen nur das Beste für die eigenen Kinder möchtest und du aber nicht 100%ig sicher bist, weil da die anderen sind. Die anderen, die das vielleicht anders sehen oder anders umsetzen würde wie du selbst.

Tja und da sind wir schon beim Konflikt. Wer sagt eigentlich, was das Beste ist? Denn „das Beste“ ist für jede Mutter so unterschiedlich. Jeder erachtet sein Umgehen mit den eigenen Kindern (ich mag das Wort: Erziehungsmethoden nicht) als gut und richtig, denn jeder will ja „das Beste“ für die Kinder. Doch kommt es hier durchaus zu Meinungsverschiedenheiten, weil jeder eben anders aufgewachsen ist und anders geprägt wurde. Dann kommen die Glaubensmuster, die inneren Stimmen, die alles hinterfragen. Vor allem dann, wenn man es anders macht, als man es selbst erlebt hat.

Wann lohnt es sich genauer hin zu sehen?

Für mich kam dann gestern diese eine Situation. Diese eine Person, die wieder Salz in meine Wunden streute. Wenn das Salz (Kommentar) weh tut, wenn es dich so wie mich gestern aus dem Gleichgewicht bringt, wenn es Ärger und Groll hochkommen lässt, dann ist das ein Zeichen, dass du da genauer hinsehen solltest. Denn ich weiß mittlerweile, wenn ich es nicht mache, kommt es wieder. Es werden uns Themen, mit denen wir selbst noch nicht ganz im Reinen sind, immer wieder am Servierteller präsentiert. Das ist immer dann, wenn einem jemand anderes so richtig unsympathisch ist. Oder wenn man sich über eine bestimmte Situation so richtig ärgert. Diese Information, für den Fall, dass auch du das für dich beobachten möchtest.

So lange, bis wir endlich hinsehen und Frieden schließen, Frieden mit uns selbst, so lange begegnen uns solche Personen, erleben wir diese Situationen. Ja und eigentlich muss man sich bei diesen „Salzstreuern“ (liebevoll auch „Arschengel“ genannt) bedanken. Man sollte sich dafür bedanken, dass sie uns dieses Potenzial in uns gezeigt haben. Also Danke!!!

Ich habe heute hingesehen, hab mich gefragt, was ich von mir erwarte. Dann habe mir wieder in Erinnerung gerufen, dass man alles und jeden mit Liebe betrachten kann. Ich habe mir angesehen, was genau, welche Eigenschaften mich so aus meiner Ruhe gebracht haben. Dann habe ich diese negativen Eigenschaften (wichtig: denke nicht mehr an die Person, sondern an die Eigenschaft), ins Positive transformiert. Und plötzlich sieht die Welt ganz anders aus. Es wird alles mit einem anderen Licht beleuchtet. Ich habe mich in meiner Meditation beim meinem „Salzstreuer“ bedankt, habe mit ihr Frieden geschlossen und das Wichtigste: auch mit mir selbst.

Ich habe mir noch mal verinnerlicht, dass mir im Außen keiner sagen kann, was ich zu tun habe und was nicht. Nur ich selbst kann mit meinen Handlungen, meinem Tun, meiner Art mit meinen Kindern als Mutter umzugehen zufrieden, glücklich und im Reinen sein. Das wichtigste: mich selbst so zu lieben, wie ich bin. Tja und wenn ich, das voll und ganz schaffe, dann wird sich die Welt um mich auch anders zeigen.

Glaubst du‘s nicht? Ist aber so! Probiere es doch einfach einmal aus!
Falls auch du Mutter bist und du dir gerne ab und an dein Leben leichter machen möchtest, melde dich gerne bei mir unter