Frau, Mutter, Familie und Job. Wie weit ist es wirklich mit der Gleichberechtigung?

Mutter Kind

Frau, Mutter, Familie und Job. Wie weit ist es wirklich mit der Gleichberechtigung?

Wenn man sich in einem Angestelltenverhältnis befindet, so gibt es max. bis zu 5 Pflegetage im Kalenderjahr. Heute, am 3. Februar 2020, also dem 23. Arbeitstag in diesem Jahr, hätte ich meinen 5. Tag bereits verbraucht, hätte ich mich in einem solchen Arbeitsverhältnis befunden. Denn mein Jüngster hat gestern zu fiebern begonnen und seine Schwester war die Woche davor krank zu Hause. Ich bin sehr dankbar, mir diese Pflegezeit für meine Kinder jederzeit nehmen zu können. Ich weiß auch noch, wie es ist, wenn das nicht so einfach ist, denn ich war bis 2018 selbst noch in einem Angestelltenverhältnis. Da waren dann die Kinder bei der Oma oder die Oma war bei uns. Aber was machst du, wenn du keine Oma oder den Papa deiner Kinder zur Verfügung hast? Oder wenn sich deine Jobsituation nicht so einfach wie bei mir, deinem Leben anpassen lässt?

Frau, Mutter, Familie und Job

Ich ziehe meinen Hut vor allen alleinerziehenden, arbeitenden Mamis und jenen Müttern, deren Männer oft beruflich unterwegs sind. Vor allen Dingen vor jenen Frauen, deren Männer ihre Rolle als Ehemann und Vater noch etwas „veraltet“ betrachten. Ich weiß nicht, welches Los du als Mutter gezogen hast, ob du Unterstützung hast oder einen verständnisvollen, gleichberechtigten Mann?

Tatsache ist, dass vielen Frauen auch im Jahr 2020 oft nichts anderes übrigbleibt, als alle Eltern- und Haushaltsaufgaben selbst zu übernehmen.

Wie viele Frauen kennst du in deinem Umfeld, die all das, was Haushalt und Kinder, eben all jene Aufgaben, die auch „früher“ der Frau zugeordnet waren, übernehmen und dann auch noch arbeiten gehen, damit die Familie finanziell besser dasteht? Ich frage mich, gerade in einer Zeit, in der „gendern“ so wichtig geworden ist, wo nun tatsächlich wirkliche „Gleichberechtigung“ gelebt wird?

Ja, Frauen dürfen schon lange wählen gehen. Sie müssen schon lange nicht mehr eine Bestätigung ihres Mannes vorlegen, um überhaupt erst arbeiten gehen zu dürfen. Aber wie gleichberechtig sieht es in vielen Beziehungen aus, in denen es die Kinder und natürlich auch den Haushalt gibt? Ich denke, dass jede Frau, die Kinder bekommt, begibt sich, wenn sie nicht selbst genügend „Vorräte“, also Geld, angespart hat, in eine gewisse Abhängigkeit. Vor allem in eine Abhängigkeit ihrem Mann gegenüber. Er ist ja, der dann meistens, zumindest für eine gewisse Zeit, als „Haupteinkommensträger“ fungiert. Denn, so toll unser Sozialstaat mit dem Karenzgeld für uns Mütter auch sorgt, so weiß auch jede Mutter, dass wir mit diesem Geld eigentlich keine großen Sprünge wagen können. Zumal diese Unterstützung auch zeitlich begrenzt ist.

Gleichberechtigung in einer Beziehung

Wie ist das also in den Beziehungen, wenn dann auf einmal das Kind da ist, und nur noch der Mann arbeiten geht? Wenn die Mutter in der Karenzzeit zu Hause ist? Wie teilt sich dann alles auf, wer ist dann hauptverantwortlich für Haushalt und Kind?

Zu allem Übel kommen dann noch die Gesellschaft, die Familie, Freunde, der Dorfklatsch dazu, mit all ihren Meinungen und „gut gemeinten“ Ratschlägen, was eine Frau und was ein Mann zu tun haben. Wie ist dein Mann oder wie bist du als Mutter damit umgegangen?

Bei uns hat sich damals für eine Zeit lang alles verschoben. Mein Mann meinte plötzlich er müsse weniger im Haushalt machen, weil ich ja ohnedies zu Hause war und mir den ganzen Tag alles einteilen konnte. Was er vorher erledigen konnte, war dann plötzlich vermehrt meine Aufgabe. Bei ihm hat sich ja kaum etwas geändert, außer, dass wir ein gemeinsames Kind hatten. Er ging weiter seinem Job nach und dann war er plötzlich müder als zuvor, wenn er nach Hause kam. Für mich als Frau hat sich damals alles verändert. Mein guter Job war pausiert, mein Körper fühlte sich nicht mehr an wie davor. Ein Baby verdreht sowieso die ganze Welt.

Es hat dann einige Gespräche gebraucht, um meinen Mann davon zu überzeugen, dass Kinder auch eine Art Job sind, mit dem Unterschied, dass man diese Kinder nicht nach 8 Stunden abstellen kann. Der Job als Mutter wird nicht bezahlt, nur teilweise wertgeschätzt und er ist manchmal auch wirklich anstrengend. Alle Mütter und auch Väter, die das Karenzmodell in Anspruch genommen haben, wissen wovon ich rede. Ja natürlich, das lächelnde Babygesicht entlohnt für so manche schlaflose Nacht.

Jetzt bin ich allerdings gedanklich abgeschweift, denn wir waren ja bei der Gleichberechtigung. Irgendwann ist diese Karenzzeit aus und wie geht es dann weiter? Die Frau geht dann, meist in Teilzeit, wieder ihrem Job nach. D.h. das Einkommen und die persönlichen Erfolge im Job sind auch nicht mehr das, was sie vor der Karenz einmal waren. Egal, ob du studiert hast oder nicht. Und dann sind wir früher oder später bei dem Thema: „Was, wenn die Kinder krank werden?“.

Es gibt nur 5 Tage Pflegefreistellung im Jahr. Die Frau wird verurteilt, wenn sie ihre kranken Kindern, wegen des Jobs zu Oma abschiebt. Im Job wird man als Frau und Teilzeitkraft als Belastung gesehen, weil tendenziell die Ausfallsquote hoch ist. In der Gesellschaft werden Frauen, die ihrem Job nachgehen, gerne als Rabenmütter bezeichnet. Wenn sie dann vielleicht auch noch nicht gerne kochen oder nicht gerne bügeln, fragen sich die Leute sowieso gerne, ob da nicht etwas verkehrt läuft.

Wann ist etwas selbstverständlich und wann ist es besonders?

Wie sieht diese Situation bei den Männern aus? Wenn ein Mann in Karenz bei den Kindern zu Hause bleibt, wird er fast als Star bezeichnet und erntet bewundernde Blicke. Wenn er dann wieder seinem Vollzeitjob nachgeht und mehrere Tage nicht da ist, obwohl die Kinder krank sind, ist das normal. Wenn ein Mann nicht kocht oder sich nicht für den Haushalt zuständig fühlt, dann fällt das niemandem auf, noch wird es in irgendeiner Art und Weise beredet.

Aber umgekehrt, wenn der Vater sich um seine Kinder kümmert, sie zur Schule bringt, oder sogar kocht und bügelt, wird es als etwas Besonderes dargestellt. „Wieso?“ frage ich mich. Ich hole meine Kinder täglich von der Schule und vom Kindergarten ab. Ich koche auch, mache die Wäsche, aber das fällt keinem auf oder wird als außergewöhnliche Leistung betrachtet ?

Wenn man nur die Fakten dessen betrachtet, was wirklich zu tun ist, für die Kinder, für den gemeinsamen Haushalt, ist dann wirklich alles „GLEICHBERECHTIGT“ aufgeteilt? Meist nicht, oder? Denn dann würde es diese Unterscheidung nicht geben. Gäbe es dieses Hervorheben, von all dem, was eigentlich normal und gerecht aufgeteilt sein sollte, in einer gleichberechtigten Beziehung nämlich nicht.

Und dann frage ich mich manchmal, warum das heute teilweise noch so ist. Ist es so, weil es doch schon immer so war? Wollen das manche Frauen, weil sie sich damit wohler fühlen? Warum denken und handeln manche Männer noch immer so?

 

Was müsste passieren, damit es anders läuft?

Bei mir ist folgendes passiert: Bei mir läuft es anders, weil ich es geschafft habe, als Mutter nebenher bei flexibler Zeiteinteilung so viel Geld zu verdienen, dass es meinen alten 40 Stunden Job im Angestelltenverhältnis kompensiert. Mein Mann und ich führen jetzt eine Beziehung auf Augenhöhe. Das heißt wir teilen uns die Aufgaben, die Kinder und Haushalt mit sich bringen, auf. Mein Mann kocht, das tat er schon immer gerne. Er macht auch die Wäsche, er bügelt seine Hemden selbst oder kann und will sich auch mal ein Wochenende lang mit den Kindern allein beschäftigen. Ja, solche Männer gibt es auch, er war aber nicht immer so und ich musste, nachdem die Kinder da waren, in manchen Bereichen auch noch einiges an Überzeugungsarbeit leisten.

Ich denke, die meisten Männer können das, wenn sie es nur erst einmal versuchen würden oder aber, wenn manche Frauen dies zulassen würden. Denn ganz ehrlich: wer lesen kann, ist klar im Vorteil und in einem Kochrezept steht alles, was zu tun ist, um etwas essbares auf den Tisch zu zaubern. Da braucht es keine Frau dazu. Alles andere ist erlernbar. Auch mal Zeit alleine mit den Kindern zu verbringen täte allen gut.

Die Männer würden bemerken, dass ein ganzer Tag mit Kindern etwas sehr Schönes sein kann. Sie würden dann wahrscheinlich auch bemerken, dass der anfallende Haushalt und die Essenszubereitung so „nebenbei“ eine Herausforderung darstellen. Auch das kann mein Mann und unsere Kinder genießen dann, die reine Papa Zeit.

Es läuft bei uns auch anders, weil ich auch mich und nicht nur die Bedürfnisse der Kinder und meines Mannes wichtig nehme. Wenn ich mich als gleichwertiger Partner sehe, schaffe ich es eine bessere Mutter, eine zufriedenere Ehefrau, ein glücklicherer Mensch zu sein. Ich habe mich für meine Werte eingesetzt und habe nicht bei jeder Diskussion klein beigegeben. Ich finde das gemeinsame Arbeiten an unserer Ehe haben sich am Ende mehr als gelohnt.

Denn wenn wir Frauen und Männer nicht damit beginnen anders zu handeln, werden es uns unsere Kinder nachmachen und diese „Gewohnheiten“ werden nie durchbrochen. Gerade, wenn wir Kinder haben, sollten wir darüber nachdenken, wie wir in unserer Beziehung miteinander umgehen. Kinder lernen an Vorbildern und wir Eltern sind nun mal die Menschen, von denen sie am meisten lernen. Für Kinder gilt unser Tun als richtig. Sie lernen das, was Papa und Mama machen, nicht was gesagt wird und somit tragen wir hier für ihr weitere Entwicklung und Einstellung zu gewissen Dingen, eine große Verantwortung.

Was wären meine Alternativen gewesen?

Wieder zurück in einen Vollzeitjob im Angestelltenverhältnis, der über 1 Stunde von zu Hause entfernt lag oder diesen Job ganz aufzugeben und nur vom Einkommen meines Mannes zu leben? Ich hätte auch in meiner Firma als Teilzeitkraft ohne Karrierechancen bleiben können. All das wollte ich nicht.

Ich wollte Mutter sein und Karriere machen. Ich wollte einen Mann, der mich versteht und mich als vollwertigen, gleichberechtigten Partner sieht, der mich in meinem Tun bestärkt und als Mann hinter mir steht. Ich wollte einen sinnvollen Job. Einen Job, der mit Menschen zu tun hat und bei dem der Mensch im Mittelpunkt steht. Er musste flexibel sein Sinn und mir Spaß machen. All das ist auch für dich möglich, wenn du es dir vorstellen kannst.

Wenn auch du zu den Frauen gehörst, die keine Abhängigkeit wollen. Die einen Job wollen, der sich neben Kindern und Haushalt aufbauen lässt und ein sicheres Einkommen, ein Einkommen, das auch dein Mann wertschätzt, bietet, dann nutze diese Chance. Glaub mir, wenn ich es geschafft habe, dann schaffst auch du das. Glaub an dich, kämpfe für deine Bedürfnisse und Werte als Frau, nimm dich wichtig! Nimm die Chancen an, die sich dir bieten! Arbeite laufend an dir und an deiner Beziehung.

Melde dich bei mir, wenn auch du die Chance auf ein freieres Leben nutzen möchtest. Ich zeige dir gerne, wie einfach es funktionieren kann.

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