Meine Verantwortung als Mutter

Gestern war ich sprachlos. Wer mich kennt, der weiß, dass das relativ selten der Fall ist. Ich unterhielt mich mit einer Mutter. Sie war felsenfest davon überzeugt, dass all das, was verkauft werden darf, gut für den Konsumenten wäre. Sie meinte: „Sonst dürften diese Produkte ja nicht dort im Handel stehen“. Ist es denn nicht die Verantwortung einer Mutter, an dieser Stelle genauer hinzusehen?

Danke für diese Begegnung, denn ohne dich wären diese Zeilen nicht entstanden!

Ich beschäftige mich seit 2011 damit, was alles in Produkten enthalten ist und trotzdem im Handel und in den Apotheken steht. Früher war ich auch der Meinung, dass alles, was mir in der Werbung vermittelt wird, der Wahrheit entspricht. Leider wurde ich beim Genaueren hinsehen, eines Besseren belehrt. Ich verließ diesen einfachen, bequemen Weg die Verantwortungen abzugeben.  Während meiner 1. Schwangerschaft entschied ich mich zu einer mündigen Konsumentin zu werden. Was tat ich? Ich begann die Verantwortung für mich und meine Kinder zu übernehmen, indem ich begann die Produkte umzudrehen und nachzusehen, bevor ich mein Geld dafür ausgab.

Wen unterstütze ich mit meinem Geld?

Wir als Konsumenten entscheiden mit unserem Kauf darüber, welche Produkte im Handel bleiben und welche ausgewechselt werden. Wer sich ein wenig im Marketing eingelesen hat weiß: Die Nachfrage bestimmt das Angebot. 

Ich habe schon viele Stimmen gehört, die da meinten: „Ja, dann darf man ja überhaupt nichts mehr kaufen!“ Oder: „Das versteh ich alles nicht, was da drauf steht.“ Dem kann ich nur Recht geben. Ich verstehe es teilweise auch nicht, aber ich weiß wo ich nachsehen kann. Ich verwende entweder die App: codecheck.info (gratis) oder kosmetikanalyse.de (kostenpflichtig) und kann so feststellen, ob etwas Bedenkliches in den Produkten, die ich kaufen möchte, enthalten ist und was dieser Inhaltsstoff mit mir tut. Dann kann ich darüber entscheiden, ob ich das wirklich haben möchte. 

Oft kommt dann „Ich will das alles gar nicht wissen.“ Hier sprechen die „Augen-Verschließer“ und „Kopf-in-den-Sand-Stecker“. Es stimmt, gewisse Dinge kann man nicht ändern. Schwer aussuchen kann ich mir, welche Luft ich atme. Aber ich kann z.B. darüber entscheiden, was ich an meine eigene Haut oder an die meiner Kinder lasse. Ich kann darüber entscheiden, für welche Nahrungsmittel ich Geld ausgebe und was ich meinem Körper zuführen möchte. Mein Körper, mein einziges Zuhause, der mich idealerweise bis zu 100 Jahre durchs Leben tragen soll. Wenn man sich überlegt, wie manche Menschen ihr Auto behandeln, mit welchem Sprit sie es betanken, welche hochwertigen Öle und Betriebsmittel sie einfüllen… Warum achten wir nicht zumindest ebenso sorgfältig auf das Wertvollste, das wir haben? Ist es nicht ein Logikfehler, dass wir so wenig auf uns selbst achten?

Was ich dadurch auch entscheiden und beeinflussen kann: Welche Unternehmen ich mit meiner Kaufkraft unterstütze und fördere. Durch die neuen Medien hat jeder von uns eine Stimme bekommen und jeder von uns kann kommunizieren, was sie oder er gerade gut findet und warum. Das nennt man Empfehlung. Jeder von uns tut das ständig und täglich. Was ist vertrauenswürdiger als eine Empfehlung von Mensch zu Mensch, Freund zu Freund, innerhalb der Familie? Du kannst nicht mehr behaupten, dass ein Einzelner von uns nichts bewirken kann. Du weißt, dass dem nicht mehr so ist.

„Was soll ein Einzelner nur ausrichten, sagt die halbe Menschenheit.“ 

Meine Beweggründe sind meine Kinder

Ich möchte ihnen eines Tages nicht sagen müssen, dass ich nichts über die Umweltthematik wusste oder noch schlimmer, einfach weggesehen habe. Meine Meinung ist, dass jeder von uns etwas bewirken und verändern kann und es meine Verantwortung als Mutter ist, etwas für unsere Umwelt zu tun. Ich möchte, dass meine Kinder und meine Enkelkinder in einer schönen Umwelt aufwachsen, in der es sich noch zu leben lohnt.

Das sind meine Beweggründe für viele Dinge, die ich unterstütze. Für Themen, die ich anspreche, auf die ich aufmerksam mache und die ich zu verändern versuche. Dafür werde ich oft belächelt oder auch schon mal ausgegrenzt. Da ich aber eine Frau bin, die ihre Ziele verfolgt und immer wieder aufsteht, auch wenn ich schon oft hingefallen bin, mache ich weiter, weil ich weiß, dass es Sinn macht. Es macht eben Sinn, dass jeder Einzelne durch sein Handeln kleine Samen sät und diese zu ganz besonderen Blumen heranwachsen, die wiederum neue Samen tragen.

Was ich noch mache: Ich lächle gerne zurück und hoffe darauf, dass mehr und mehr Menschen beginnen Verantwortung für sich und ihre Kinder zu übernehmen. Ich hoffe, dass mehr und mehr Menschen einen Sinn darin sehen, sich selbst, ihre Kinder und unsere Umwelt zu schützen. Also lasst uns Samen säen.

Wenn du dich auch aktiv für bewussten Konsum einsetzen möchtest, dann melde dich! Ich freue mich auf einen Austausch mit dir. Die Welt braucht Menschen wie dich!

thurn on now!