
Der Anker, der sich löste.
THURN ON – BLOG FB IN Follow Us Der Anker, der sich löste. Und was er mir über Sicherheit, Team und das Loslassen gezeigt hat.
Wir waren im Urlaub und hatten eine wunderschöne Bucht gefunden und wollten zum Abschluss unseres Bootsausfluges nochmal schwimmen gehen. Das Boot wurde an zwei Ankern gesichert. Die wärmende Sonne war schon fast hinter den Bergen verschwunden. Und dann, kurz bevor wir ablegen wollten, stellten wir fest: Einer der beiden Anker hat sich gelöst und ist in die Tiefen des Meeres verschwunden. Das Boot begann sich langsam zu drehen, um den Punkt, an dem er noch am zweiten Anker am Meeresgrund hing.
Mein Mann sprang ins mittlerweile dunkel gewordene Wasser und tauchte nach dem Anker. Ich übernahm die Führung des Bootes mit unseren Kindern und meiner Nichte an Bord. Ich versuchte, in der Bucht weit genug weg von den Felsen und nah genug an die Tauchstelle meines Mannes zu kommen, ohne ihn mit der Schraube zu gefährden.
Ich habe seit letztem Jahr den Bootsschein, aber ehrlich gesagt viel Praxis beim Fahren, eher wenig. In dem Moment war das aber weniger von Bedeutung! Die Bucht war groß genug und das Meer relativ ruhig. Somit versuchte ich auch ruhig zu bleiben, den Kindern klare Anweisungen zu geben und die Situation so gut es ging zu meistern. Ich war nicht perfekt vorbereitet, ich hatte die Berechtigung, das Boot zu lenken und habe es getan, weil es in diesem Moment die einzige Lösung war, wenn wir den Anker nicht dort lassen wollten.
Man muss nicht alles können oder die Geübteste sein, um Verantwortung zu übernehmen. Man muss diejenige sein, die es in dem Moment tut, weil sie es darf. Ruhe bewahren und die Übersicht behalten, hängt weniger von der Erfahrung ab als man glaubt, es hängt von der Haltung ab, mit der man an eine Sache herangeht.
Wenn man dieses Szenario auf das Business umlegt, sehe ich oft folgende Blockaden bei Frauen. Zum Beispiel sich Unternehmerin zu nennen, über das Business mit den richtigen Personen zu sprechen, den Preis rauszuhauen, den sie und ihr Produkt wert sind, das Angebot mit vollem Stolz zu kommunizieren, weil’s einfach genial ist, oder die Kundin anzusprechen, die eh schon lange überlegt, der aber noch der entscheidende Schubs oder die Aufmerksamkeit von dir fehlt.
Sie warten auf ein Gefühl, das niemals kommen wird. Sie reden sich ein, sie müssten noch mehr üben, und bieten ihre Leistung zu Spottpreisen an, weil sie ja vielleicht noch nicht genug könnten oder es sich bewiesen haben. Dabei würde oft die Berechtigung reichen, die sie sich selbst geben könnten, oder, so wie es im Urlaub bei mir war, die richtige Situation verbunden mit dem nötigen Druck, um es einfach zu tun: ruhig bleiben, die Übersicht behalten, Verantwortung für sich und andere übernehmen, das Beste geben und losfahren!
Zurück zu meinem Erlebnis: Mein Mann kann tief tauchen, ich nicht. Somit war klar, wer welche Aufgabe übernimmt. Er hat sich um den Anker gekümmert und ich um das Boot und alle, die drauf waren. Ohne dieses Teamwork wäre der Anker heute noch am Meeresgrund.
Sicherheit können wir fühlen, wir können sie uns schaffen, und wir müssen sie nicht immer alleine stemmen. Es gibt immer Menschen, die in manchen Situationen oder bei manchen Themen besser sind als wir selbst. Das kann uns auch Sicherheit geben, wenn jemand da ist, der die Themen übernimmt oder dir Antworten gibt und dem anderen dabei den Rücken freihält. Im Business ist das genauso. Man muss nicht alles selbst können. Man darf Dinge abgeben, um sich den Kopf und die Zeit frei zu machen. Ein Netzwerk aufzubauen, das einem hilft, weil wir nicht in Allem gut sein können oder müssen, ist Gold wert. Wir dürfen aber nicht vergessen, auch selbst für jemanden da zu sein und einzuspringen, wenn wir mit unserem Können gebraucht werden.
Am Ende hatten wir den Anker wieder an Bord. In der Nacht danach ist mir klar geworden, was er eigentlich alles symbolisiert. Ein Anker ist keine Sicherheit, die irgendwo fix und unverrückbar liegt und die man für immer an einem Ort festmachen muss. Man wirft ihn im Meer dort aus, wo man darf 😉 und wo man ihn gerade braucht. Man kann ihn wieder hochholen, wenn man weiterziehen will. Und selbst wenn sich die Verbindung mal unfreiwillig löst, so wie an diesem Abend, verliert man die eigentliche Sicherheit nicht. Wir hätten ihn dort lassen können, das wollte mein Mann eigentlich auch. Die Sicherheit liegt nicht im Außen oder im Anker selbst. Die Sicherheit kannst du in dir finden und du darfst erkennen, du bist es selbst, du bist dein eigener Anker, der dir Sicherheit geben kann.
Was uns der Anker noch gibt, ist Zeit für Erholung, für Pausen. Wir können uns den Anker in der Bucht gönnen, nicht nur, um sicher zu stehen, sondern auch, um vom Boot ins Wasser zu springen, zu schwimmen, uns auch mal treiben zu lassen, die Seele baumeln zu lassen und das Leben zu genießen, genau weil wir wissen, das Boot ist gesichert.
Die Bucht ist geschützt und trotzdem mit dem offenen Meer verbunden. Man kann verweilen und jederzeit wieder raus ins offene Meer der Möglichkeiten aufbrechen.
Fürs Business kann das auch heißen: man nimmt, so wie wir, einen zweiten Anker mit. Man macht sich nicht von einer einzigen Sicherheit abhängig, einem einzigen Angebot, einer einzigen Einnahmequelle, einem einzigen fixen Punkt. Man wirft dort Anker, wo man ihn gerade braucht, und holt ihn wieder hoch, wenn man weiter will. Und genau diese innere und äußere Beweglichkeit ist es, die einem am Ende erlaubt, sich auch mal Ruhe zu gönnen, ohne dass gleich alles auseinanderfällt.
Genau darum geht es bei uns im Business WALK the TALK. Verantwortung übernehmen, auch ohne die perfekte Vorbereitung. Sich in der Community gegenseitig stärken, statt alles allein zu tragen. Und die eigene Sicherheit im Business immer wieder neu verankern, dort, wo man gerade steht, statt sich von einem einzigen Punkt abhängig zu machen.
Ab KW34 sind wieder 3 Plätze frei. Wenn du merkst, dass du dir mehr als einen Anker im Business wünschst, dass du noch Unterstützung brauchst für neue Ufer, dass du dranbleiben willst, aber mit Menschen an deiner Seite, die dir auch mal den Anker wieder hochholen, wenn er liegen geblieben ist, und die dich begleiten auf deiner Schiffsfahrt durchs Business-Leben, dann schreib mir.
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Über mich:
Ich begleite Unternehmerinnen dabei, ihre Vielseitigkeit in eine klare Botschaft zu übersetzen, die Kunden sofort verstehen und buchen wollen. Der erste Schritt dorthin ist ein gemeinsames Strategiegespräch, in dem wir herausfinden, wo bei dir der Hebel liegt und was dein konkreter nächster Schritt ist.

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